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Freitag, 28. Februar 2020

Rezension: Vereinte Welten - Gewagtes Vertrauen - Anke Becker






Infos zu Buch und Autorin lt Amazon:

  • Taschenbuch: 749 Seiten
  • Verlag: Independently published (20. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1695181077
Anke Becker ist im September 1981 in Warnemünde an der Ostsee geboren und dort aufgewachsen. Nach Ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin schloss sie das Studium zur Diplom Wirtschaftsingenieurin (FH) ab.

Eine langjährige Odyssee führte sie quer durch Deutschland und in verschiedenste Jobs in unzähligen Branchen. Das Schreiben hat sie dabei immer begleitet. Seit 2015 hat sie die Belletristik für sich entdeckt und schreibt als Hobby neben dem täglichen Leben. Sie hat sich auf kein Genre festgelegt.

Inhalt:

Ausnahmsweise kopiere ich den Klappentext:
3. Band einer Fantasy- Science Fiction Reihe mit deutlich gesellschaftskritischen Spitzen, ab 18. Zur Info: Hier regieren Frauen. Aber Vorsicht: Der Inhalt könnte kontrovers wirken.Klappentext:Der letzte Funke, die Hoffnung auf Frieden, droht zu verlöschen. Konflikte um Liebe, Macht und Gier brechen auf.Janaija ringt um das Überleben der vereinten Welten - gegen Kadân und Shiran, die ebenfalls das Schlimmste verhindern wollen. Die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen.Notwendige Entscheidungen werden jeden der Drei über die eigenen Grenzen hinausführen. Der Preis ist hoch.Wird es im Kampf mit der uralten Zivilisation einen Sieger geben?

Meinung:


Zum Verständnis ist es wichtig, auch die ersten beiden Bände der Reihe zu lesen. Nur den dritten Band zu lesen, würde ich dringend abraten.


Ich habe jeden Band der Reihe verschlungen. Anke Becker schreibt so flüssig und spannend, dass man die Bücher kaum aus der Hand legen möchte. Natürlich war ich sofort wieder in der Geschichte drinnen und war sehr neugierig, wie sie weitergeht.

Die umgedrehten Rollen faszinierten mich auch hier wieder. In ihrer Welt regieren die Frauen und sagen, wo es lang geht. Die Männer haben kaum Mitspracherecht, haben aber ein relativ gutes Leben, denn es wird für alle gesorgt.


Im dritten Band geht es vor allem um die Vorbereitungen für den Krieg bzw den Krieg selbst. Janaija und ihre Anhänger sehen die Moquas, ihnen mehr oder weniger unbekannte Mondwesen, als Bedrohung und wollen sie vernichten. Kadan, der mit den Moquas verbunden ist, versucht, den Krieg zu verhindern.


Auch ein großes Thema ist die Beziehung zwischen Kadan, Shiran und Baramee. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen, denn die Autorin hat es geschafft, diese Dreierbeziehung ganz natürlich aussehen zu lassen und trotzdem die Unterschiede zwischen den beiden Frauen und ihrer Beziehung zu Kadan rüberzubringen. Achtung hier kommt es zu ein paar teilweise heftigen SM-Szenen, weshalb die Reihe auch erst ab 18 empfohlen wird.


Überhaupt hat mir die Entwicklung der Charaktere wahnsinnig gut gefallen. Jeder der Hauptprotagonisten macht eine Entwicklung durch, die deutlich wahrnehmbar ist. So eine tolle Charakterentwicklung habe ich noch selten gefunden.


Was mir auch gefallen hat, war, dass manchmal relativ unwichtige Nebenfiguren zu wichtigen Wendungen der Geschichte geführt haben. Außerdem gibt es in diesen Büchern nicht nur schwarz und weiß. Nein, die Protagonisten sind nicht nur gut und böse. Da gibt es ein gutes Beispiel: Eine Figur, die ich im ersten Buch überhaupt nicht mochte, ja sogar fast gehasst habe, wurde nach und nach zu einer meiner Lieblingsfiguren. Und so ähnlich ging es mir bei ein paar Charakteren. Am Anfang des Buches vielleicht verachtet und am Ende dann die Erkenntnis, dass die Figur vielleicht doch nicht so böse ist.


Die Geschichte wird im dritten Band ebenfalls aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So bekommen wir die Gedanken aller Hauptprotagonisten mit und können uns in deren Köpfe hineindenken.


Ich bin ja normalerweise kein wirklicher SciFi Fan. Doch es ist ja auch kein echtes SciFi Buch. Die Autorin mischt gekonnt mehrere Genres und baut SciFi Elemente, Fantasy, Liebe, Spannung und Hoffnung ein.

Der letzte Teil der Reihe hat über 700 Seiten, doch lasst euch davon nicht abschrecken. Ich habe jede Seite genossen und wollte nicht, dass die Geschichte endet.

Fazit:

Eine tolle SciFi-Fantasy Reihe mit Liebe und Spannung, die ich jedem empfehlen kann!

⭐⭐⭐⭐⭐


Mittwoch, 14. August 2019

Rezension: Der Geschmack von Schmerz - Cornelia Haller





Inhalt:

1763: Isabeau soll heiraten - ausgerechnet den Mann, der ihre Freundin geschwängert und dann sitzen gelassen hat. Als sie sich weigert, wird sie von ihren Eltern nach Paris zu ihrer Tante geschickt, um dort endlich damenhaftes Benehmen zu erlernen.

Einerseits ist die Tante sehr streng und nicht zu Späßen aufgelegt. Andererseits ist das Leben in Paris schon auch aufregend. Ihr Onkel lädt sie zu einem Tarotabend ein, sie besucht die Oper und außerdem lernt sie den Marquis de Sade kennen, der eine gewisse Anziehung auf sie ausübt.

Doch in Paris hält eine Mordwelle an jungen Frauen die Stadt in Atem. Und ausgerechnet der Marquis de Sade ist der Hauptverdächtige. Schließlich muss auch Isabeau um ihren Ruf und ihr Leben fürchten.

Meinung:

Isabeau ist für ihre Zeit eine recht eigensinnige junge Frau. Viel lieber wäre sie ja ein Junge, dann könnte sie das Unternehmen ihres Vaters übernehmen, was ihr viel mehr Spaß machen würde. Zu ihrer Freundin Anna pflegt sie eine sehr tiefe Freundschaft und als diese verzweifelt vor ihrer Tür steht, weil sie geschwängert und dann sitzen gelassen wurde, versucht Isabeau ihr zu helfen. Doch dann erklären ihr die Eltern, dass sie ausgerechnet jenen Mann, der ihrer Freundin das angetan hat, heiraten soll. Für Isabeau bricht eine Welt zusammen. Nie hätte sie gedacht, dass ihre Eltern sie zu so etwas zwingen würden, dass sie kein Mitspracherecht hätte, dass sie einfach gehorchen muss. Um sie besser zu erziehen, wird Isabeau nach Paris geschickt.

In Paris angekommen, lernt sie den Marquis de Sade kennen. Dieser übt von Anfang an eine gewisse Anziehung auf sie auf und auch er ist hingerissen von der jungen Frau. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder und Isabeau verstrickt sich immer weiter in seinen Fängen.

Die Autorin erzählt recht bildgewaltig von einer jungen Frau und dem Marquis des Sade. Sie fasst gewisse Lebensereignisse in dessen Leben etwas zusammen, da der Roman die Zeitspanne von nur einem Jahr umfasst. Die einen werden wohl fasziniert sein von diesem Mann und die anderen werden abgestoßen sein. Wobei man ihn doch auch für seine Einstellung und auch seinem Leben danach bewundern kann. In der damaligen Zeit begab er sich dadurch immer wieder in Lebensgefahr und musste einige Jahre im Gefängnis verbüßen.

In der heutigen Zeit ist es ja auch unvorstellbar, was eine ungewollte Schwangerschaft mit dem Leben einer jungen Frau anrichtet. Die Familie verliert Ruf und Ansehen, die junge Frau wird als gefallenes Mädchen betrachtet. Kein anständiger junger Mann würde sie mehr heiraten. Kein Wunder, dass viele versucht haben, das Kind abzutreiben - entweder durch Gift oder indem sie in sich selbst herumgestochert haben. Sehr viele mussten diese Versuche mit dem Leben bezahlen. Andere wiederum haben sich gleich selbst das Leben genommen. Wie verzweifelt muss eine junge Frau damals gewesen sein, die Männer haben sich ja oft die Hände abgeputzt und wollten nichts damit zu tun haben. Auch dieses Thema wird in dem Buch behandelt.

Fazit:

Ich habe das Buch recht spannend gefunden, wobei es schon auch ein paar Längen hat. Doch das Weiterlesen lohnt sich.

⭐⭐⭐⭐

Kennt ihr den Marquis de Sade? Ich kannte ihn schon vom Namen her, aber eigentlich wusste ich nichts über ihn. Deshalb fand ich den Roman wirklich interessant. Danach habe ich auch noch auf wikipedia nachgelesen, was dort über ihn steht.

Außerdem musste ich ständig an dieses Lied von Oomph denken:
Oomph - Spieler